Der Mix macht die Musik
Reggae kann von seinem Anbeginn an als Sammelsurium von diversen unterschiedlichen Richtungen der Musik bezeichnet werden. Entstanden vor gut 40 Jahre (Ende der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts), fusionierten und fusionieren im Reggae-Stil nicht weniger als fünf bedeutende Einflüsse. Bei ihnen handelt es sich um Blues, Soul, Country, R & B und auch um den Jazz.
Hintergrund des Begriffs
Woher die Reggae-Musik ihre Begrifflichkeit gewonnen hat, ist bis heute Gegenstand unterschiedlicher Deutungen und Erklärungsansätze. Definitive Antworten und eine unverrückbare Gewissheit sind bisher allerdings noch nicht eingetreten. Daher gehen manche Stimmen davon aus, dass sich "Reggae" vom lateinischen Wort "rex" ableitet, das so viel wie "König" bedeutet. So gesehen wäre Reggae-Musik die Schall- und Klanguntermalung, die sich Könige erwählen. Andere stehen hingegen auf einem eher konträren Standpunkt. Nach ihnen ist "Reggae" einem umgangssprachlichen Wort nachgebildet, dass aus dem jamaikanischen Sprachkreis stammt und dort eine sexuelle überaus aktive junge Frau bezeichnet.
Reggae-Musik als bevorzugter Lauschstoff von Skinheads
Skinheads sind mitnichten per se Rassisten und Ausländerfeinde, die z.B. dunkelhäutige Menschen ablehnen und ihnen feindlich gegenüberstehen. Innerhalb von erheblichen Teilen der nicht-rassistischen bis unpolitischen Skinhead-Bewegung in Großbritannien wurde Reggae-Musik Ende der 60er-Jahre stark aufgenommen und verbreitet. Die Reggae-Künstler aus Jamaika freuten sich über diesen Markt und belieferten ihn gezielt. Es entstand eine Vielzahl von Kooperationen und Zusammenschlüssen zwischen den beiden Nationen auf dem verbindenden Feld der Musik. Dies änderte sich jedoch, als mehr und mehr "spezifisch schwarze Themen" den Inhalt der Texte der Reggae-Musik geprägt haben und dadurch die Identifikationsflächen für die britischen Zuhörer zunehmend geschwunden sind. Dennoch gibt es noch heute eine nicht unerhebliche Anzahl von Skinheads in Großbritannien und auch in anderen Teilen der Welt (nicht zuletzt in den USA und in Westeuropa), die sich der Reggae-Musik nach wie vor sehr verbunden fühlen.
Die Personifizierung der Reggae-Musik: Bob Marley
Zur Geschichte dieser Musik gehört die Person des Bob Marley wie wohl kaum eine andere. In Jamaika wird der im Alter von nur 36 Jahren verstorbene Künstler heute als Nationalheld gefeiert und verehrt; im Jahre 2001 erhielt er posthum einen Stern auf dem "Hall of fame". In viele seiner Texte ließ er spirituelle Aussagen und Statements einfließen, die häufig vor dem Hintergrund der Rastafari-Religion gesehen und interpretiert werden müssen, um verständlich aufgenommen werden zu können. Er bezog aber bisweilen auch ganz unabhängig davon Stellung zu politischen Themen und namentlich gegen den Krieg als Mittel zur gewaltsamen Durchsetzung eigener Vorteile und Ziele. Damit prägte er die Reggae-Musik hinsichtlich ihrer Texte und Botschaften ganz erheblich. Noch heute kommen viele Menschen überhaupt nur deswegen mit dieser Stilrichtung in einen ersten Kontakt, weil sie auf die Person Bob Marley aufmerksam geworden sind, von dem nach wie vor viele Fan-Artikel (z.B. Flaggen, Fahnen, Poster und natürlich auch CDs) auf breiter Ebene verkauft werden.